Der Laufener Landweizen ist ein ganz ursprüngliches, regionales Produkt. Das ist noch nicht in der Hand der Industrie. Mit dem Laufener Landweizen soll so ein bisschen auch die regionale Wertschöpfung wieder angekurbelt werden. Eigentlich ist diese Weizenart schon so gut wie ausgestorben gewesen. In einer Samenbank sind da noch ein paar Körner gefunden worden. Daraus ist dann wieder mehr gezüchtet worden.
Interview mit Philipp Lindner
Philipp Lindner, Biolandwirt aus Almeding, baut für unser HOAMAT Bier Laufener Landweizen an.
Viel Idealismus, eine gesunde Portion Mut und jede Menge Lust auf Genuss – das gehört dazu, um aus einer fast ausgestorbenen Weizensorte ein regionales Bier zu brauen. Einer, der maßgeblich am „Wieninger Hoamat Weißbier“ beteiligt war und ist, ist Philipp Lindner aus Almeding. Der Biolandwirt baut für die Brauerei Wieninger den Laufener Landweizen an. Und nicht nur das. Er liefert an die Brauerei Biogerste und Hackschnitzel. Sozusagen alles aus einer Hand und direkt aus der Nachbarschaft. Wir haben uns mit Philipp Lindner unterhalten.
Da ist die Brauerei Wieninger auf mich zugekommen. Die wollte eben das Hoamat Weißbier brauen. Und dann bin ich gefragt worden, ob ich auf einer Fläche der Brauerei den Laufener Landweizen anbauen würde. Da hab ich gesagt, dass ich das schon mal ausprobieren würde. Von der Brauerei hab ich das Saatgut bekommen. Und dann haben wir das einfach mal probiert und es hat auch richtig gut funktioniert.
Nein, eigentlich nicht. Das sind ja die Flächen vom Wieninger. Und ich hab mir schon auch gedacht, wenn die Brauerei da regional so etwas probieren will und wir ja auch Biobauern sind, dann passt das ja auch ganz gut und da wollte ich das auch einfach mal probieren.
Das ist schon ziemlich spannend gewesen. Ich hab aber schon ein bisschen Vorerfahrung gehabt. Den Landweizen hab ich bei anderen Bauern schon das ein oder andere mal gedroschen. Da hab ich schon gewusst, wie der ausschaut und was da ungefähr rauskommen soll. Aber trotzdem schaut man da im ersten Jahr schon ganz genau hin, was da auf dem Feld passiert.
Von der Saat her ist das nichts anderes, wie bei einem normalen Weizen. Worauf man aber ganz besonders achten muss, ist der Stickstoff. Da muss man richtig bremsen. Weil der Laufener Landweizen langwüchsig ist. Der legt sich dann schnell ins Lager. Da kann man dann eigentlich nur noch auf schönes Wetter hoffen, dass der Erfolg noch ein bisschen zu Stande kommt. Sonst verfault er.
Tja, da müssten wir wohl einfach die Leute fragen, die die Produkte mit dem Landweizen schon probiert haben. Meine Schwester hat mal ein Brot daraus gebacken. Das war sehr lecker. Und das Hoamat Weißbier ist natürlich was ganz was Besonderes.
Ja, schon. Als wir damals die ersten zwei Tragerl bekommen haben, von unserem eigenen Weizen, da sagt man sich dann schon, dass das unser Weizen ist, der da drinnen ist. Das ist dann schon schön. Aber das heißt jetzt nicht, dass das besser ist, nur weil ich es angebaut hab. Das gar nicht. Es ist halt, weil da meine eigene Arbeit drinnen steckt. Das macht schon was aus.
Das war so, weil der Braumeister damals gesagt hat, er will die Sorte „Steffi“ haben. Die ist nicht so ertragreich. Das ist manchmal ganz schön schwierig. Da haben wir auch schon ein Jahr mit einem starken Ausfall gehabt. Der Braumeister hat gemeint, dass er gerade diese Braugerste braucht. Dann haben wir eben gesagt: Gut, dann probieren wir das und bauen sie an. Und bis auf einmal hat´s bis jetzt auch immer ganz gut geklappt.
Ja, die muss da natürlich schon ein bisschen dabei sein. Aber das sind natürlich auch Größenordnungen, die in meinem Betrieb überschaubar sind.
Ein großer Grund war bei uns die Milchproduktion. Als damals die Molkerei Berchtesgadener Land vermehrt Biomilch benötigt hat, da haben wir den Schritt gewagt. Weil wir auch von der Flächenstruktur schon recht groß waren, für die Zahl der Tiere, die wir gehabt haben. Wir waren aber davor auch schon extensiv wirtschaftend.
Als wir damals umgestellt haben, da war ich noch ziemlich jung. Da war es ganz klar der wirtschaftliche Aspekt. Jetzt, da ich älter bin und auch ein bisschen mehr Erfahrung habe, hat sich auch die eigene Einstellung geändert.
Wir werden auf alle Fälle in dieser Richtung weitermachen. Das hat aber eigentlich nichts damit zu tun, dass man da jetzt sein eigenes Produkt auf dem Tisch hat. Das hat dann doch mehr was mit dem Zukunftsgedanken zu tun. So lange bei den Verbrauchern die Wertschätzung für diese Produkte da ist und die auch entsprechend bezahlt werden, funktioniert das auch. Sollte das mal wieder anders werden, dass nur noch billig, billig, billig gekauft wird und man so ein Nischenprodukt im Hochpreissegment nicht mehr vermarkten kann, dann läuft sich so was natürlich wieder tot. Es hängt schon stark daran, wie die Nahrungsmittel in der Wertschöpfungskette dastehen.
Redaktion: Christoph Grabner