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WIENINGER MAGAZIN
Christoph Grabner im Gespräch mit Johanna Aicher.
Christoph Grabner im Gespräch mit Johanna Aicher.

„Aus der Region - für die Region“: Die Solidargemeinschaft BGL

Johanna Aicher erzählt darüber, wie wichtig es ist, regional zu denken.

Regional statt global. So lautet der Trend in der Lebensmittelbranche. Immer mehr Verbraucher sagen, sie möchten ihren Tisch mit hochwertigen Produkten aus dem Umland decken. Das gibt ein gutes Gefühl, entlastet die Umwelt und die Bauern erhalten faire Preise. Regionalität steht in der Wertigkeit mittlerweile sogar über Bio, heißt es. Aber nicht nur im Bereich der Lebensmittel denken immer mehr Menschen regional. Beispielsweise auch das Handwerk und sonstige Dienstleister profitieren von diesem Trend. Ein Verein, der bei uns in der Region dafür mitverantwortlich ist, ist die „Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land“. Wir haben uns mit der Vorsitzenden Johanna Aicher unterhalten.

Johanna Aicher, die Vorsitzende der Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land.
Johanna, um was handelt es sich bei der Solidargemeinschaft?

Die Solidargemeinschaft BGL ist aus der Agenda 21 entstanden. Momentan haben wir ungefähr 100 Mitglieder. Bei uns kann jeder mitmachen. Egal, ob Unternehmer oder Privatperson. Unser Leitwort ist „aus der Region – für die Region“. Wir sehen unsere Aufgabe darin, an einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Entwicklung unserer Region mitzuwirken und die Menschen dafür zu sensibilisieren. Außerdem sehe ich die Solidargemeinschaft als Plattform und Netzwerk, wo sich Mitgliedsbetriebe präsentieren und Interessenten informieren können. Da geht’s nicht nur ums Essen, sondern auch um Handwerk und Dienstleistungen. Es geht um die Wertschöpfung der Region in vielen Bereichen. 

Wie sieht die Arbeit der Solidargemeinschaft konkret aus?

Wir versuchen zu vernetzen, die Betriebe zu unterstützen und die Verbraucher zu informieren. Das Mühsamste ist eigentlich das Informieren der Menschen. Aber das ist echt wichtig. Jemand, der Bescheid weiß und Informationen erhält, handelt anders, kauft anders und lebt vielleicht auch anders. Viele wissen oft gar nicht, was es bei uns in der Region alles gibt. Da sagen sie dann: „Mensch, wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich mich vielleicht so oder so entschieden!“ Uns geht es darum, die Verbraucher aufzuklären mit den Informationen, die wir halt weitergeben können.

Wie läuft diese Aufklärung ab?

Wir werden des Öfteren zu Veranstaltungen eingeladen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Dann sind wir mit einem Infostand vor Ort. Auch bei den jährlichen Biosphärentagen haben wir immer einen informativen Stand über verschiedene regionale Produkte, über das Schulprojekt „Schule fürs Leben“ und über unsere Mitglieds- und Siegelbetriebe. Und dann gibt’s den Einkaufsführer, der in jeder Gemeinde, auf Wochenmärkten, bei den Siegelbetrieben und bei verschiedenen Veranstaltungen für interessierte Besucher aufliegt.

In den vergangenen Jahren ist das Thema „Regionalität“ immer mehr zu einem Trendwort geworden. Ist es momentan Mode regional einzukaufen?

Ich glaube schon, dass es zum Teil auch ein wenig Mode ist, aber eher als Zugpferd. Gerade größere Konzerne benutzen das Thema oft zu Werbezwecken. Aber viele Verbraucher meinen es ernst. Sie wollen gute Ware und bewusst und nachhaltig leben. Sie sehen halt immer mehr, dass der Weg der Nachhaltigkeit an der Regionalität nicht vorbeiführt.

Die Solidargemeinschaft verleiht alle zwei Jahre das sogenannte Regionalsiegel. Um was handelt es sich dabei?

Das Siegel wird an Betriebe verliehen, die sich bestimmten Kriterien stellen. Die Betriebe können sich bewerben und einen Antrag stellen, um ein Siegel zu bekommen. Die Kriterien werden dann geprüft und wenn alles passt, wird das Siegel bei einer offiziellen Siegelverleihung überreicht. Da wird nicht der ganze Betrieb, sondern nur einzelne Produkte ausgezeichnet. Da geht’s auch darum, die Öffentlichkeit auf diese Produkte aufmerksam zu machen und zugleich ist es für den Betrieb wichtig, für Produkte eine Auszeichnung, sprich ein Regionalsiegel, zu erhalten.

Bei Euch auf der Homepage heißt es: „Im lokalen und regionalen Handeln liegen die Schlüssel zur Lösung vieler Probleme“. Wie zuversichtlich bist Du denn, dass diese Probleme gelöst werden können?

Das ist schwer zu sagen. Es ist mittlerweile alles so global und damit auch entsprechend schwierig. Auf unserem Flyer steht: „Global denken – lokal handeln“. Dieser Satz sagt ganz viel aus. Wir haben viel Verantwortung. Aber jeder kann in seinem Umfeld sein Möglichstes tun. Und da hoffe ich darauf, dass dadurch auch im Großen etwas verändert wird. Das ist natürlich hoch gegriffen, aber viele kleine Schritte verändern auch was, da darf man nie aufgeben und muss eben weitermachen.

Auch die Brauerei Wieninger setzt auf Regionalität. Und zwar in Form vom Laufener Landweizen. Da soll demnächst ein Regionalbier gebraut werden. Wie beurteilst Du so was?

Das ist auf alle Fälle zu begrüßen. Wenn die Brauerei Wieninger auf den Laufener Landweizen setzt, dann hat das schon Bedeutung für die Region. Und die Bauern, die den Laufener Landweizen anbauen, tragen einen erheblichen Teil dazu bei, dass alles verwirklicht werden und gelingen kann. Es gibt auch schon Bäckereien, die Backwaren aus Laufener Landweizen herstellen.  Das alles zusammen ist ein weiterer wichtiger Mosaikstein zu mehr Regionalität.

Du bist eine Kämpferin für die Regionalität. Wie ist Deine Leidenschaft für das Thema entstanden?

Das ist im Laufe der Zeit gekommen. Damals, als wir mit unserem Unternehmen zur Solidargemeinschaft gekommen sind und das erste Mal ein Siegel beantragt haben, habe ich das ganze Thema besser kennengelernt und mich damit mehr befasst. Was mir richtig gut gefällt, ist das Wort Solidarität. Neben großen Unternehmen, wie der Brauerei Wieninger, sind auch Klein- und Kleinstbetriebe oder private Unterstützer mit dabei. Jeder soll mitkommen, jeder ist wichtig. Und jeder kann auf seine Weise mitwirken an einer guten Entwicklung unserer Region. Und es geht nicht nur um Lebensmittel, sondern auch um Lebensweise. Das ist mir wichtig, dass die Menschen merken: Es geht nicht nur darum, regionale Lebensmittel einzukaufen und sonst fährt man z.B. jeden Meter mit dem Auto. Nein, es gehört alles zusammen. Diese Komplexität ist wichtig und deshalb hänge ich mich da rein.

Kurz noch ein Blick in die Zukunft. Was sind in den nächsten Jahren die großen Herausforderungen für die Solidargemeinschaft?

Im nächsten Jahr ist wieder eine Siegelverleihung geplant. Das bedeutet viel Zeit und Arbeit. Wir werden aber auch unsere gute Zusammenarbeit mit der Biosphärenregion BGL noch intensiver gestalten und über das freu ich mich, weil das für uns als Ehrenamtliche eine große Hilfe bedeutet.

Vielen Dank für das Interview!

Redaktion: Christoph Grabner

Fotos: Josefine Unterhauser

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